Besser essen in Saarbrücken: Shanghai im Saarland

Hier mein erster Beitrag aus der Rubrik „Köstliches“. Und ich beginne mit meinem absoluten Geheimfavoriten in Saarbrücken: das „China Restaurant“ in der Saarbrücker Hohenzollerstraße. Warum geheim? Es liegt zum einen am unscheinbaren Klischee-Namen „China Restaurant“. Zum anderen liegt das Restaurant extrem versteckt im kulinarisch eher unterentwickelten (mit einigen sehr positiven Ausnahmen) Alt-Saarbrücken zwischen Netto und HTW. Bei Facebook hat das Restaurant lediglich rund 130 Fans. Das möchte ich mit diesem Beitrag ändern.

Kurz: Es ist das aktuell beste China-Restaurant dieser Stadt mit einem unglaublichen Preis-Leistungsverhältnis, hevorragendem, wirklich (!) authentischem Essen und einem – für ein familiär geführtes Restaurant – sehr guten Service (die Reihenfolge ist beliebig). Die sehr freundliche und sehr gesprächige Pächterfamilie hat den Laden 2010 übernommen und die Küche ihrer Shanghaier Heimat mitgebracht. Ein Blick ins Interieur offenbart aber eine längere Geschäftsgeschichte: Das Restaurant soll laut aktuellem Pächter in den 50er-Jahren eröffnet worden sein – es sei eines oder das erste China-Restaurant Deutschlands.

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Die Schlacht ist gewonnen: Eine Tafel für sieben Personen, unter anderem mit Peking Ente und chinesischen „Crêpes“, süss-saurem Schweinfleisch und gebratenem Schweinemagen. Foto: Patrick Wiermer

Das wäre natürlich eine echte Sensation für Saarbrücken – und würde die Besucherzahlen vermutlich stark ansteigen lassen. So bleibt es ein Geheimtipp, für Chinesen, die entweder in Saarbrücken studieren oder sich im Reisebus nach einer Visite in der Region heranfahren lassen, und für ein paar versprengte Westeuropäer, die sich hier für 5,50 Euro (!) am Mittagsbuffet bedienen. Das führt zum Essen: Das Buffet habe ich nicht getestet, aber alle Speisen auf der sehr umfangreichen Karte (geschätzt 150 Gerichte) haben überzeugt. Meine Favoriten sind ohne Zweifel der gebratenen Schweinemagen mit Peperoni, das knusprig gebratenen, süß-saure Schweinefleisch (das nichts (!) mit dem üblichen China-Imbiss-Fraß zu tun hat) und die hausgemachten Maultauschen. Die Portionen sind sehr üppig. Eigentlich reichen zwei Teller für drei Personen, es bietet sich allerdings an ein bisschen mehr zu bestellen, um mehrere Gerichte zu probieren. Preislich ist das alles kein Problem: Ich habe selten mehr als 12 Euro für ein komplettes Abendessen mit Dessert bezahlt.

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