Besser essen…in Saarlouis: Next Stop Libanon

Das Saarland wirbt mit der hohen Dichte an Michelin-Sternen. Wenn mich denn mal jemand einlädt, würde ich gerne mal bei Klaus Erfort ein trüffiertes Süppchen für 20 Euro essen. Aber wie gesagt, nur auf Einladung. Wahre „Sterneküche“ spielt sich für mich auf einem anderen (Preis-)Level ab. Im Saarland sind dieses die vielen, kleinen Restaurants, in denen man schon für 5 bis 10 Euro sehr ordentlich essen kann  – ohne viel Chichi. Dass das Saarland eines der „internationalsten“ Bundesländer in Deutschland ist – was nicht nur mit der Nähe zu Frankreich, sondern mit der starken und sehr vielfältigen Migration zu tun hat (Die Saar-Uni hat den größten Anteil an ausländischen Studenten in Deutschland, fast jeder Fünfte hat „Migrationshintergrund“) – wirkt sich natürlich auch äußerst positiv auf den Speiseplan aus.

Vorspeisen und Fattoush-Salat im "Beirut City". Foto: Wiermer

Vorspeisen und Fattoush-Salat im „Beirut City“. Foto: Wiermer

So können so wunderbare Orte wie das „Beirut City“ in Saarlouis entstehen. Wunderbar? Daran denkt man zunächst nicht, wenn man sich den etwas heruntergekommen Laden direkt an der Eisenbahnunterführung im Saarlouiser Stadtteil Roden von außen ansieht. Das Gebäude hat schon bessere Zeiten gesehen, etwa als es noch als Dorfkino und als klassische Schenke in Betrieb war. Dass sich ausgerechnet hier ein Lokal mit feiner libanesischer Küche befindet, ist der simplen Marktlogik geschuldet: Die Miete ist günstig, im (relativen) Migrantenstadtteil von Saarlouis, in Roden, wohnen und arbeiten viele Libanesen (sehr viele als Autohändler, hier stimmt das Klischee).

Lammtartar und Zunge

Betritt man „Beirut City“ wird man – ästhetisch konsequent – von der Eichenholz- und Eisenlampen-Brachialität altdeutscher Gasthäuser begrüßt. Nun erwartet man eigentlich eine „Brigitte“ oder „Renate“, die hinter Rauchschwaden aus den Mündern von „Günther“ und „Rüdiger“ Pilsblumen kreiert. Aber, nix da: Mit buchstäblich offenen Armen und einem sehr freundlichen „Guten Abend!“ weist mir der Chef einen Platz an einem rustikalen, aber gepflegten Tisch zu. Das Lokal ist gut gefüllt: Arabisch sprechende Großfamilien teilen sich in einem offensichtlich langen Mahl Dutzende Teller. Die Speisekarte (kurz nach meinem Besuch soll es eine neue geben) ist üppig, aber nicht überladen. Neben Scharwarma (arabischer Döner) und Falafel, fallen auch außergewöhnliche Speisen auf: Gebratene Lammzunge, verschiedene Varianten eines libanesischen Frühstücks, Lammtartar. Für Kenner: Das Fleisch stammt aus der Metzgerei von Ali aus dem Saarbrücker „City Basar“.

Die Hauptgerichte werden mit reichhaltigen Vorspeisen, darunter Oliven, Knoblauch- und Chilisaucen und Kabis (eingelegtes Gemüse), serviert. Wer will, kann sich mit dem Beirut-Teller durch die vielfältigen Varianten der Vorspeisen der Levante kosten. Bei zwei Personen ist der Tisch dann aber so voll, so dass man kaum noch weiß, wo man das Glas mit dem leckeren Minztee abstellen soll.

Das Beirut City bei Facebook: https://www.facebook.com/pages/Beirut-City-Libanesische-Restaurant/573585442715507?fref=ts

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